Wellensittich - Krankheiten

Auch ein Wellensittich kann krank werden. Deshalb ist es besonders wichtig, sein Verhalten tagtäglich zu beobachten. Ein Wellensittich, der nicht mehr frisst und sich nicht mehr am sozialen Leben seiner Artgenossen beteiligt, sollte unverzüglich einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt werden. Jeder, der einen Wellensittich hält, sollte außerdem über eine so genannte Notfallapotheke verfügen. Mit dieser kann man nach einem Unfall oder bei einer Krankheit erste Hilfe leisten, bevor man zum Tierarzt fährt.

Nachfolgend die wichtigsten Medikamente und Utensilien für den Wellensittich, die in keiner Notfallapotheke fehlen dürfen:
  • Betaisadonnalösung: desinfiziert offene Wunden
  • Bird Bene-Bac: baut die natürliche Darmflora nach Antibiotikagabe wieder auf
  • Claudenwatte: eignet sich für blutende Brüche von Schnabel- und Krallenhorn
  • Rescue Remedy Tropfen: für die Schockbehandlung nach Unfällen
  • Rotlicht: bei Apathie, Erkältung und Unterkühlung
  • Schwarztee: hilft bei Durchfällen und Kropfentzündung, regt den Kreislauf an
  • Vitaminpräparat: wirkt unterstützend bei Erkältungen
Es gibt bestimmte Merkmale, anhand derer man erkennen kann, dass der Wellensittich womöglich krank ist. Ein herabhängende Flügel kann zum Beispiel auf einen Bruch hindeuten, während Augenausfluss charakteristisch für eine Bindehautentzündung ist. Ein Wellensittich, der Nasenausfluss hat, könnte von einer Infektion des Atmungssystems betroffen sein; schräg stehende Köpfe deuten auf eine Gehirnerschütterung hin; ein Wellensittich mit einer ungleichmäßigen Pupillengröße könnte ebenfalls von einer Gehirnerschütterung betroffen sein; ein am Boden zusammengekauerter Wellensittich weist ebenfalls Krankheitsmerkmale auf. Daneben sollte auch auf verschmutzte Kopffedern, auf eine Verschmutzung im Kloakenbereich (deutet z.B. auf Durchfall hin), auf Apathie und Scheu geachtet werden.

Recht häufig kommt es vor, dass ein Wellensittich in einen Schockzustand verfällt. Dieser kann zum Kreislaufkollaps, im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führen. Ursache für einen Schock kann ein Aufprall oder der Angriff eines anderen Tieres, aber auch ein starker Blutverlust, eine Überhitzung oder eine Vergiftung sein. Erste Anzeichen dafür, dass der Wellensittich in einem Schockzustand ist, sind schnelles und flaches Atmen, ein seitlich gedrehter Kopf sowie teilweise geschlossene Augen, ein allgemeiner Schwächezustand, aufgeplustertes Gefieder und am Boden des Käfigs sitzende Vögel. Befindet sich der Wellensittich im Schockzustand, sollte er so wenig wie möglich angefasst und zum Tierarzt gebracht werden.

Wellensittiche sind recht häufig von einer Kropfentzündung betroffen. Anzeichen für diese Erkrankung sind unter anderem ein geschwollener Kropf und das Würgen von Körnern. Sitzt der Wellensittich aufgeplustert mit beiden Beinen auf seiner Stange und hat dabei eventuell die Augen geschlossen, muss unverzüglich ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden. Dieser kann über einen Kropfabstrich und eine Kotprobe die Ursache für diese Erkrankung ausfindig machen und den Wellensittich entsprechend behandeln.

Auch bei Durchfall muss unverzüglich der Tierarzt aufgesucht werden. Auf keinen Fall sollte man herumexperimentieren. Nur in Absprache mit dem Tierarzt können auch Zuhause Medikamente, wie Vogelkohle, Daktar Mundgel und Bird-Bene-Bac, gegeben werden. Bei Durchfallerkrankungen müssen im Käfig darüber hinaus alle Sitzstangen gründlich abgewaschen und hinterher mit Teebaumöl bestrichen werden.

Hat der Wellensittich eine Erkältung, merkt man dies an häufigem Niesen, ausgedehnten Schlafphasen sowie an einem heftigen und schnellem Atmen. Da herkömmliche Erkältungen nur durch einen fachkundigen Tierarzt von einer Nebenhöhlenentzündung und Lungenentzündungen unterschieden werden können, ist es wichtig, sofort zu diesem zu fahren. Stellt dieser eine leichte Erkältung fest, kann man den Heilungsprozess des Wellensittichs durch die Bestrahlung mit einer Infrarotlampe sowie durch ein Dampfbad mit Kamillenblüten beschleunigen. Vorbeugend sollte man im Herbst und Winter auf eine hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sowie darauf achten, dass die Tiere keiner Zugluft sowie großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. In zu heißen Räumen kann der Wellensittich einen Hitzschlag, der sich durch Abgeschlagenheit, Keuchen, Unruhe und Taumeln bemerkbar macht, bekommen. In diesem Fall muss der Wellensittich sofort mit Wasser besprüht werden. Anschließend steht die Fahrt zum Tierarzt an.
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